Es braucht endlich einen sachlichen Umgang mit dem Thema „Grossraubtiere“ in der Schweiz.

Seit die Grossraubtiere in der Schweiz zurück sind, weht ihnen ein eisiger Wind entgegen. Ständig wird eine Gefährdung des Menschen herbeigeredet und Schreckensmeldungen von gerissenen Schafen und Ziegen verbreitet. Dies ist schlussendlich nichts anderes als die konsequente Weiterführung der Propaganda einiger Jäger gegen die Natur und ihre Selbstregulierung.

Das einzige sachliche, breit akzeptierte Argument für eine Freizeitjagt ist die Reduktion der Wildtierbestände zur Verhinderung von Schäden in Wald und Landwirtschaft. Nun wären nun die Grossraubtiere zurück in der Schweiz, um zumindest einen Teil dieser Funktion der Regulierung wieder zu übernehmen. Diese würden diese Funktion sogar um einiges besser erfüllen als die Jäger. Denn die Grossraubtiere fressen die schwachen, alten und kranken Tiere, was zu einer Stärkung des Genpools führt. So wird in Regionen mit Wölfen das Wild kräftiger und schwerer. Zudem werden so Krankheiten eingedämmt, welche Wild- wie Nutztiere befallen. Ganz anders ist dies mit den Freizeitjägern, die stets das schönste Tier innerhalb der gesetzlichen Richtlinien suchen und erlegen.

Nun wollen diverse Freizeitjäger aber nicht ihr Hobby reduzieren oder gar darauf verzichten. Sie kämpfen deshalb mit aller Macht für die erneute Ausrottung der Grossraubtiere in der Schweiz. So fand BR Doris Leuthard, auf Druck der Jagdlobby um Jean-René Fournier, mittels einer Interpretations-Änderung einen Weg, wie Grossraubtiere abgeschossen werden können, wenn diese die Freizeitjagt konkurrenzieren. Dass diese eigenmächtige Neuauslegung vom Generalsekretariat der Berner Konvention abgelehnt wurde, interessiert die zuständigen Personen nicht.

Damit die Jäger eine breitere Unterstützung finden, werden auch Schreckensgeschichten in Bezug auf Weidetiere verbreitet. Wenn man allerdings die Zahlen vergleicht muss man stark relativieren. 175 Nutztiere wurden 2012 in der Schweiz von Grossraubtieren gerissen. Gleichzeitig sterben ca. 10’000 Nutztiere eines unnatürlichen Todes, welcher leicht hätte verhindert werden können. Dazu gehört Absturz und Steinschlag durch schlechte Weidesicherung oder Krankheiten die nicht entdeckt werden, weil zu wenig oder gar keine Zeit bei den Tieren verbracht wird. Bei grossen Herden kommt es auch vor, dass beim Alpabzug nicht alle Tiere gefunden werden. Diese werden nicht mehr gesucht und verhungern so im Winter.

Unter dem Strich sind es so nicht einmal 5% der unnatürlichen Tode, die die Grossraubtiere verursachen und trotzdem wird da fast jeder Fall eines gerissenen Tieres in den Medien breitgeschlagen. Zudem zahlt der Bund die Ausbildung von Herdenschutztieren und entschädigt Massnahmen wie Herdenschutztiere, Weidesicherung und Behirtung. Trotzdem sind auf der Hälfte der Alpweiden die Tiere während der Sömmerung ohne jede Aufsicht, Schutz und Pflege.

So muss man bei einer nüchternen Betrachtung feststellen, dass ein vernünftiger und sachlicher Umgang mit dem Thema Grossraubtiere in der Schweiz gefragt ist. Regionen, die dichter besiedelt sind als Teile der Schweiz, wie das Trient oder North Vancouver, zeigen, dass ein Zusammenleben von Mensch und Tier weitgehend problemlos möglich ist.

Deshalb bitte ich Sie die Eidgenössische Volksinitiative «Für den Schutz der Grossraubtiere (Bär, Wolf und Luchs)» zu unterschreiben.

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