Argumentation

Argumentation
I. Die Rückkehr wildlebender Raubtiere

Obwohl immer schon heimisch in unseren Gefilden, wurden wildlebende Raubtiere als Opfer von Vorurteilen und Aberglaube des Menschen im 19. Jahrhundert völlig ausgerottet. Zwar erscheinen die allgemeinen, durch den Einfluss des Menschen auf die Umwelt hervorgerufenen Umstände heutzutage kaum günstiger. Und dennoch lässt sich unerhoffterweise seit einigen Jahren die noch scheue aber natürliche Rückkehr einzelner Exemplare, hauptsächlich aus Italien kommend, beobachten.

II. Die Situation in unseren Nachbarländern als Vorbild für die Schweiz

Unsere europäischen Nachbarländer wie beispielsweise Italien oder Slowenien betrachten die Anwesenheit wildlebender Raubtiere als Bereicherung, sowohl in biologischer als auch in touristischer Hinsicht, und haben es daher immer schon verstanden, deren Bedürfnisse mit denen des Menschen in Einklang zu bringen.
Das Beispiel dieser Länder zeigt, dass unter Voraussetzung eines politischen Willens, diese auch umzusetzten, Mittel und Wege, mit wildlebenden Raubtieren umzugehen, durchaus vorhanden und auch ökonomisch sinnvoll sind. In Anbetracht der Tatsache, dass 80% der Bevölkerung sich in einer Volksabstimmung für den Schutz von wildlebenden Wölfen, Bären und Luchsen ausgesprochen hat, ist es daher auch in der Schweiz an der Zeit, diesen per Gesetz zu regeln und in der Verfassung zu verankern.

III. Die biologische und regulative Rolle wildlebender Raubtiere

Abgesehen von der Bereicherung der allgemeinen Biodiversität tragen wildlebende Raubtiere zur natürlichen Regelung des Bestandes sowie zum Erhalt des genetischen Erbes ihrer Beutetiere bei. Im Gegensatz zu den Jägern, die zur Erweiterung ihrer Trophaensammlungen nur die schönsten Exemplare schiessen und damit das genetische Potential der gejagten Arten schwächen, erlegen wildlebende Raubtiere nur die schwachen, kranken oder alten Exemplare einer Beutetierart, was wiederum der Vermehrung der starken und gesunden zu Gute kommt.

IV. Die Gegner wildlebender Raubtiere

Obwohl die Schweiz zusammen mit 48 anderen Ländern die “Berner Konvention“ zum Schutze wildlebender Raubtiere in Europa schon ratifiziert hatte, ist es der Lobby der Jäger gelungen, das Schweizer Bundesparlament Ende 2011 zu bewegen, diese Ratifizierung wieder rückgängig zu machen, sollte es nicht erlaubt sein, zumindest den Wolf uneingeschränkt zu schiessen.
Die grosse Mehrheit der Jäger betrachtet wildlebende Raubtiere als ihre grössten Konkurenten in der Jagd auf Beutetiere. Unter anderem deshalb greifen sie durch die Fütterung bestimmter Beutetierarten wie Hirsche und Wildschweine im Winter sowie durch die Pflege kranker, schwacher oder alter Exemplare künstlich in den Ablauf der Natur ein, nur um in der folgenden Jagdsaison eine grössere Auswahl zu haben.
Die Motivation der Viehzüchter – oft Eigentümer grosser Herden, die sich frei und unbeaufsichtigt in der Natur bewegen, und die jedes Jahr zwischen 12.00 und 15.000 Tiere durch Unfälle, Abstürze oder mangelnde medizinische Versorgung verlieren – ist hingegen wirtschaftlicher Natur. Die Subventionen des Bundes pro Tier rechnen sich einfach sehr viel besser, wenn man nichts in die Hütung und Pflege der Herden investieren muss.
Momentan werden Viehzüchter für alle durch wildlebende Raubtiere verusachten Verluste (200 bis 300 Tiere pro Jahr) entschädigt. Sie befürchten jedoch, dass in Zukunft Entschädigungen an gewisse Bedingungen wie Aufsicht, Pflege und Hütung, vor allem nachts, geknüpt werden.

V. Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man also nicht nur sagen, dass Lösungen durchaus existieren, sondern auch, dass der Verlust an Weidetieren durch wildlebende Raubtiere sehr viel geringer ist als der durch Unfall oder Krankheiten.

>> Aufzählung der Gründe herunterladen (199 ko) PDF

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