Grosszügige Entschädigungen trotz Fahrlässigkeit

Im Zusammenhang mit den zahlreichen Rissen von Nutztieren im Goms dieses Jahr und vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Risse von ungeschützten Tieren von den Walliser Behörden zum Kontingent für die Abschussbedingungen gezählt wurden, haben wir uns die Frage gestellt: Gibt es eine Unterscheidung bei den Rissentschädigungen betreffend der Schutzmassnahmen und der Wolfspräsenz?

Wie uns Frau Dr. Caroline Nienhuis der Abteilung Arten, Ökosysteme und Landschaften Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität beim BAFU mitgeteilt hat, ist der Kanton Graubünden der alleinige Vorreiter in Bezug eine ensprechende Anpassung der Entschädigungen. Alle anderen Kantone, somit auch das Wallis, bezahlt immer gleich hohe Entschädigung, unabhängig davon, ob es in dem Gebiet seit längerer Zeit eine Grossraubtierpräsenz gibt und ob entsprechende Massnahmen ergriffen wurden. Den Mailverkehr dazu finden Sie am Ende dieses Artikels.

Was sich daraus schlussfolgern lässt: Radikale Wolfsgegner unter den Kleinviehhaltern haben überhaupt keinen finanziellen Anreiz ihre Tiere zu schützen. Denn erstens betreiben die Meisten die Schafhaltung als Hobby und zweitens bekommen sie sowieso die Risse entschädigt. Also wieso die Schafe schützen, wenn es finanziell überhaupt keinen Unterschied macht? Im Gegenteil, man spart sich Aufwand und schafft Gründe für einen Abschuss.

Dies ist ein wichtiger Punkt und wird von uns, sobald die Volksinitiative eingereicht ist und wieder Ressourcen frei sind, auf jeden Fall weiterverfolgt. So sollte die Bündner Regelung unbedingt in die Jagdverordnung des Bundes aufgenommen werden.

Mailverkehr BAFU Rissentschädigungen und Herdenschutz

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Die Doppelmoral der Behörden

Petition „Berner Lüchsin „Luna“ soll leben“

Die Wölfe M35 und M38 reissen im Mai 2013 28 Schafe im Wallis und dürfen richtigerweise, da die Schafe nicht richtig geschützt waren, nicht abgeschossen werden. Nun reisst allerdings die Lüchsin „Luna“ sechs Tiere im Kanton Bern und soll sogleich getötet werden.

Dies zeigt eine schräge Doppelmoral der Berner Behörden. Denn die Walliser Tierhalter sollen ihre Tiere schützen und mit den, wohlgemerkt sehr seltenen, Verlusten leben. Dafür werden die Betroffenen auch angemessen entschädigt. Wenn die Schäden allerdings vor der Haustüre passieren, wie hier in Bern, dann sollen Schutzmassnahmen allerdings plötzlich nicht mehr rasch Umsetzbar und Zumutbar sein. Dass die Bedingungen für den Abschuss eines Luchses nach dem Konzept Luchs Schweiz bei weitem nicht erfüllt sind, wird ignoriert. Die Begründung, dass sich der Luchs auf Nutztiere spezialisiert habe ist geradezu lachhaft, wenn man bedenkt, dass einzenle Wölfe schon deutlich mehr Schafe gerissen haben, ohne dass dieser mit derselben Begründung abgeschossen wurde.

Die betroffenen Tierhalter schützen Ihre Tiere nicht, das ist der Grund wieso diese Tiere gerissen wurden. Schon ein Elektrozaun hält den Luchs genügend von einem Riss ab, wie der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig in einem Artikel der Zeitung Der Bund erwähnt. Dass weitere Luchse in der Gegend leben und so auch weitere Schäden zu erwarten sind, wenn die Tiere nicht angemessen geschützt werden wird in diesem Fall völlig ausgeblendet.

Somit stellt sich die Frage: Sind die, bezüglich Grossraubtierschäden, eher unerfahrenen Verantwortlichen beim Berner Jagdinspektorat aufgrund des Drucks der Tierhalter eingebrochen? Oder gibt es sogar Verbindungen von Tierhaltern zu den Verantwortlichen, welche diesen Entscheid gefällt haben? Denn wie sonst wird ein streng geschütztes Tier so schnell und ohne Erfüllung der Bedingungen zum Abschuss freigegeben?

Noch ist es nicht zu spät für Luna, sie hat eine Gnadenfrist von einem gerissenen Tier erhalten. Damit sie auf jeden Fall weiterleben darf, bitte ich Sie folgende Petition zu unterzeichnen:

Petition „Berner Lüchsin „Luna“ soll leben“