Der Königsweg „Dialog“ ist gescheitert

Der nun achte „legale“ Wolfsabschuss seit dem Jahr 2000 zeigt dass der vielbeschworene Dialog in gewissen Regionen und bei gewissen Leuten schlicht nichts bringt. Griffige Massnahmen, wie die eidgenössische Volksinitiative «Für den Schutz der Grossraubtiere», sind nun gefragt.

Als wir für die eidgenössische Volksinitiative «Für den Schutz der Grossraubtiere (Bär, Wolf und Luchs)» auf die Suche nach Unterstützern gingen, kam von den meisten etablierten Naturschutzorganisationen eine Absage. Dies mit der Begründung man wolle auf den Dialog mit den Betroffenen und Behörden setzen. Dies ist sehr lobenswert und nebst der Information der Bevölkerung der wichtigste Grundstein für eine erneute Etablierung der Grossraubtiere in der Schweiz. Jedoch bringt der Dialog dort nichts, wo jedes Gesprächsangebot auf taube Ohren stösst wie dies im Wallis und vor allem im Goms der Fall ist.

Wie dies beim jüngsten Abschuss im Wallis der Fall war, werden die Bestimmungen der Grossraubtierkonzepte von den zuständigen Behörden nach Lust und Laune ausgelegt. Denn gerade im Wallis sind die Verantwortlichen praktisch ausnahmslos populistisch getriebene Politiker und Behördenmitglieder welche meist tief in den Jäger- und Kleinviehhalterfilz verstrickt sind. So entscheiden diese nicht nach bestem Wissen und Gewissen sondern, wenn immer möglich, gegen den Wolf. Dass gerade auch die interkantonale Kommission (IKK) Kritik an der Abschussbewilligung geübt hat interessiert im Wallis niemanden, denn um eine sachliche Auseinandersetzung mit der Thematik geht es hier überhaupt nicht.

Darum ist es nun wichtig, dass der Schutz der Grossraubtiere in der Schweiz endlich richtig verankert wird. So dass klipp und klar ist, dass es keine Abschussbewilligungen mehr gibt, wenn man nur genügend Wolfsrisse mittels ungeschützten Nutztierherden provoziert.

Deshalb fordern wir alle Personen und Organisationen, welche ernsthaft am Schutz der Grossraubtiere in der Schweiz interessiert sind, die eidgenössische Volksinitiative «Für den Schutz der Grossraubtiere (Bär, Wolf und Luchs)» zu unterstützen. Denn nur so können solch dumme wie nutzlose Abschüsse wie jetzt gerade im Wallis zukünftig verhindert werden.

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Die Doppelmoral der Behörden

Petition „Berner Lüchsin „Luna“ soll leben“

Die Wölfe M35 und M38 reissen im Mai 2013 28 Schafe im Wallis und dürfen richtigerweise, da die Schafe nicht richtig geschützt waren, nicht abgeschossen werden. Nun reisst allerdings die Lüchsin „Luna“ sechs Tiere im Kanton Bern und soll sogleich getötet werden.

Dies zeigt eine schräge Doppelmoral der Berner Behörden. Denn die Walliser Tierhalter sollen ihre Tiere schützen und mit den, wohlgemerkt sehr seltenen, Verlusten leben. Dafür werden die Betroffenen auch angemessen entschädigt. Wenn die Schäden allerdings vor der Haustüre passieren, wie hier in Bern, dann sollen Schutzmassnahmen allerdings plötzlich nicht mehr rasch Umsetzbar und Zumutbar sein. Dass die Bedingungen für den Abschuss eines Luchses nach dem Konzept Luchs Schweiz bei weitem nicht erfüllt sind, wird ignoriert. Die Begründung, dass sich der Luchs auf Nutztiere spezialisiert habe ist geradezu lachhaft, wenn man bedenkt, dass einzenle Wölfe schon deutlich mehr Schafe gerissen haben, ohne dass dieser mit derselben Begründung abgeschossen wurde.

Die betroffenen Tierhalter schützen Ihre Tiere nicht, das ist der Grund wieso diese Tiere gerissen wurden. Schon ein Elektrozaun hält den Luchs genügend von einem Riss ab, wie der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig in einem Artikel der Zeitung Der Bund erwähnt. Dass weitere Luchse in der Gegend leben und so auch weitere Schäden zu erwarten sind, wenn die Tiere nicht angemessen geschützt werden wird in diesem Fall völlig ausgeblendet.

Somit stellt sich die Frage: Sind die, bezüglich Grossraubtierschäden, eher unerfahrenen Verantwortlichen beim Berner Jagdinspektorat aufgrund des Drucks der Tierhalter eingebrochen? Oder gibt es sogar Verbindungen von Tierhaltern zu den Verantwortlichen, welche diesen Entscheid gefällt haben? Denn wie sonst wird ein streng geschütztes Tier so schnell und ohne Erfüllung der Bedingungen zum Abschuss freigegeben?

Noch ist es nicht zu spät für Luna, sie hat eine Gnadenfrist von einem gerissenen Tier erhalten. Damit sie auf jeden Fall weiterleben darf, bitte ich Sie folgende Petition zu unterzeichnen:

Petition „Berner Lüchsin „Luna“ soll leben“